Superstart beim ersten „Aktionstag der Wirtschaft“ im Kreis Euskirchen

Mitarbeiter von Unternehmen aus der Region stellten für einen Tag Arbeitskräfte und Material zur Verfügung, um Wünsche von sozialen Einrichtungen zu erfüllen – Kreiswirtschaftsförderin Iris Poth: „Wir haben die starke Gemeinschaft im Kreis Euskirchen auf den Weg gebracht“

Im Zülpicher Kindergarten Füssenich sind ab sofort ganz neue Klänge zu hören: „e-regio“, der Energiedienstleister aus Euskirchen, baute im Rahmen des „Aktionstags der Wirtschaft“ im Außengelände eine Klangoase. Das Besondere dabei: Das Klangspiel besteht komplett aus Materialien, die normalerweise der Wasser- oder Gasversorgung dienen. Rohre aus Kunststoff, Verbindungsmuffen aus Metall, Rohr-Endstücke und Ähnliches sind in mannshohen Rahmen aus Gas- und Wasserleitungen freischwingend aufgehängt, so dass die Werkstoffe als Perkussions-Instrumente dienen können. Nebenan waren zudem zwei Mitarbeiter der Kaller Sicherheitsfirma „e.s.a. security“ damit beschäftigt, ein hölzernes Tippi aufzubauen, das zudem als Klettergerät dienen kann.

Derweil lernten die Vorschulkinder im Kindergarten Zülpich-Ülpenich, wie man bei einem Notfall richtig reagiert. Ute Michaelis vom Roten Kreuz im Kreis Euskirchen: „Ich möchte den Kindern vor allem die Angst vor dem Helfen nehmen.“ Altersgerecht brachte sie den „Pänz“ bei, wie man einfache Verbände anlegt oder sich die Notrufnummer merkt. „Denn die habt ihr immer dabei: Ihr habt einen Mund, eine Nase und zwei Augen: Also 112!“, so die Erste-Hilfe-Ausbilderin.

Süß ging es an der Zülpicher Förderschule in Bürvenich, der Stephanusschule, zu. Andrea Rosenkranz von „Pfeifer & Langen“ aus Euskirchen zeigte den Kindern in der Lehrküche, was man alles mit Zucker machen kann: „Zuviel Zucker ist sicherlich nicht gut, aber Zucker kann sehr nützlich sein, etwa zum Haltbarmachen von Lebensmitteln.“ So durften die Schüler gemeinsam mit dem Küchen-Team um Brigitte Belß und Andrea Rosenkranz Apfelmus nach Omas Rezept machen, Zitrussirup herstellen, Birnen aus dem Schulgarten einkochen und Marmelade köcheln. Besonderen Spaß brachte den Jugendlichen auch die eigene Ketchup-Herstellung. Rosenkranz: „Da ist auch nur etwa die Hälfte von dem Zucker drin, der in industriellem Ketchup steckt.“

In einen technischen Beruf hinein schnuppern konnten Schüler der Mechernicher Realschule im Euskirchener Miele-Werk. Werksleiter Dr. Arnt Vienenkötter begrüßte die Schützlinge von Lehrer Peter Schick persönlich und beantwortete ihre Fragen, ehe es in das Miele-Ausbildungszentrum ging, in dem über 60 Auszubildende in verschiedenen Lehrwerkstätten geschult werden. Unter der Anleitung von Miele-Mitarbeitern erstellten die Schüler einen Modell-Elektromotor. Ausbildungskoordinator Heinz-Engelbert Mundt: „Die Schüler sind sehr offen und aufgeweckt, wir hoffen, dass wir einige für technische Berufe begeistern können.“

Schon früh am Morgen trafen Dutzende von Kinder am Hochwildpark Rheinland in Kommern ein. Über 30 junge Leute der Katholischen Grundschule Mechernich, die aus Ländern wie Syrien, Nordafrika oder aus Ost- und Südosteuropa kommen und in Mechernich eine neue Heimat gefunden haben, sollten dort mit der heimischen Tier- und Pflanzenwelt vertraut gemacht werden. Die Idee dazu hatte der Mechernicher Rechtsanwalt Franz Troschke, der auch die Koordination übernahm. Begleitet wurden die Kinder von Lehrerinnen der Schule sowie von Dolmetschern, die das Kaller Sicherheitsunternehmen „e.s.a. security“ zur Verfügung stellte. Das Ameron Parkhotel hatte Lunchpakete für die Kleinen gepackt, und auch das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Euskirchen war mit von der Partie.

Ebenso quirlig ging es zur selben Zeit im Familienzentrum Kall zu. Dort fielen die Kindergartenkinder mit Pinsel und Farbe über einen alten Bauwagen her, der mit Hilfe von Maler- und Lackiermeister Thorsten Schmidt und seinen Kollegen aus der Jugendhilfeeinrichtung Hermann-Josef-Haus Urft ein neues Gesicht bekam. „Das war mal etwas ganz anderes, mit den jungen Leuten hier zu arbeiten“, berichtete Schmidt, dem die Arbeit sichtlich Spaß gemacht hatte. Dass hier quasi eine soziale Einrichtung einer anderen Hilfe gewährt hatte, gehörte ebenfalls mit zur Intention des Aktionstags.

Sebastian Wiesen von der Nordeifel Touristik (NeT) hatte mit den „Grünschnabel“-Kindern ein Insektenhotel gebaut. „Als Touristiker geben wir der Region gerne etwas zurück“, sagte er.

Mit schwerem Gerät wurde derweil in Bad Münstereifel hinter dem Gymnasium St. Michael hantiert. Dort gibt es eine Laufbahn, eine sogenannte Tartanbahn, die in die Jahre gekommen und reichlich Dreck angesetzt hatte. Das Gymnasium hatte sich gewünscht, dass ein Profi sich der Bahn annehmen möchte und fand in Stefan Kreuser von „Wolters Dienstleistungen“ in Kall einen Mann, der sich vor Schmutz nicht bange macht. Mit einer ganzen Armada von Hochdruckreinigern und Wassersaugern rückte der Gebäudereiniger der alten Laufbahn aufs Gummi. Behilflich waren ihm dabei eine ganze Reihe von Schülern sowie Lehrer Nikolaus Weiler. Gemeinsam ging man gegen den Algenbewuchs vor. Dabei musste das Abwasser direkt aufgenommen und via Kanal entsorgt werden und das alles ohne Chemie. Kein Problem für Dienstleister Helmut Wolters, der sich seit 35 Jahren in dem Metier auskennt.

Rund ging es auch am Hermann-Josef-Haus in Urft. In der Kinder-, Jugend- und Familienhilfeeinrichtung drehte sich alles um den hauseigenen Fuhrpark. „Die von uns betreuten Kinder und Jugendlichen werden früh auf eine Arbeit im Handwerk und in der Industrie vorbereitet. Dazu gehört, dass wir sie bei Arbeiten auf dem Gelände, beispielsweise Rasenmähen mit kleineren Traktoren, Baumschnitt, Transportfahrten und ähnlichem beteiligen. Sie werden auch in die Nutzung der Fahrzeuge eingeführt, haben oft aber kein tieferes Verständnis, worauf vor oder nach dem Betrieb zu achten ist“, berichtete Rainer Zimmermann, kommissarischer Leiter des Hauses. Die Gemeinde Kall hatte ihren Bauhof losgeschickt, um bei der Baumentastung zu helfen und die jungen Leute, die sich für Landschaftsarbeit interessieren, mit den Geräten vertraut zu machen.

Hubert Meyer von der ene-Unternehmensgruppe zeigte den jungen Leuten, welche Kontrollen man vor Inbetriebnahme eines Rasentraktors oder einer Kehrmaschine durchführen sollte. „Die wissen jetzt, wie man den Ölstand prüft oder den Reifendruck misst und kennen alle Tricks, um an ihren Arbeitsgeräten auch lange Spaß zu haben“, so Meyer, der so in seinem Element war, dass man ihn zur Mittagspause fast zwingen musste.

Die Spedition Berners hatte gleich einen ganzen Lastwagen auf das Gelände gefahren, der von den jungen Männern inspiziert werden durfte. Besondern Spaß macht es, die Decke des riesigen Laderaums auf- und zu zuschieben.

Im Kindergarten St. Philipus und Jakobus wurde an diesem Tag gemeinsam mit Experten der VR-Bank Nordeifel und der Firma Papstar aus Kall sowie zahlreichen Kindern an neuem Infomaterial für die KiTa gearbeitet. Weitere Mitarbeiter der Firma Papstar sowie Abgesandte von ID Ingenieure & Dienstleistungen aus Euskirchen hatten sich mit Karl Reger von der Grube Wohlfahrt in Rescheid auf den Geologisch- Montanhistorischen Lehr- und Wanderpfad“ begeben, um dort landschaftspflegerische Arbeiten auszuführen.


Beitrag veröffentlicht am 16. September 2016

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Tags

Wirtschaft & Arbeit

Autorin

Sarah Komp
Sarah Komp
Dipl.-Geografin - Projektmanagement

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